Mülleimer adoptieren?

 

In Amsterdam Nord gibt es eine Menge Aufregung über die Adoption eines Mülleimer. Ich war neulich bei „Mutter“, der Mutter meiner Freundin, zum Kaffeetrinken und wollte meinen Ohren nicht glauben. Sie war eine der ersten der Bewohner von Nord, die einen Mülleimer adoptiert hatten. Warum sollte man das als Bewohner eigentlich wollen und tun?

 

Ich fragte bei Mutter nach. „Nun ja Kind, das kann ich Dir sagen. Die Stadt Amsterdam muss scheinbar sparen und hat angekündigt, alle weniger genutzten Mülleimer abzuholen. Nun, ich kann mir schon vorstellen, was dann passiert. Mein ganzer Vorgarten liegt dann voll mit Plastikschalen, Bechern und anderem Abfall. Hier laufen täglich Schüler vorbei. Die Hundebesitzer, die die Häufchen ordentlich aufheben, werden sicherlich nicht eine Stunde lang mit einem Kotbeutel nach Hause laufen, den werden sie dann auch einfach liegen lassen. Bevor man sich versieht, ist es hier ein echter Müllhaufen. Dem möchte ich zuvorkommen. Ich behalte meinen eigenen Vorgarten gerne ordentlich und auch für die Nachbarn ein bisschen lebenswert. Natürlich hoffe ich auch auf ein wenig Unterstützung“.

 

Aber es gibt noch mehr Probleme. In Vogeldorp stand direkt zwischen der Schule und der Snack-Bar eine Bank mit einem Mülleimer. Man kann schon froh sein, wenn die Schüler ihren Müll in den Mülleimer werfen, aber wenn der da nicht mehr steht ... ja dann können wir uns schon vorstellen, was dann passiert.

 

Der örtliche Bäcker hat aus dieser Notwendigkeit heraus auch schon einen Mülleimer adoptiert. Der kann mit einem Schlüssel geleert werden, um den Abfall dann in den unterirdischen Container zu werfen. Das kostet den Bäcker natürlich Zeit und Mühe. Nicht jeder Unternehmer oder Bürger hat diese Einstellung. Vogeldorp Gott sei Dank wohl. Aber für wie lange noch und was müssen die Bürger bald noch alles selber erledigen?

 

P.S.: Mit vereinten Kräften halten wir die Stadt sauber. Realität oder reine Notwendigkeit?

02-05-2014 Teilnahme IFAT